Fahrt des fränkischen Friesenstammtisches zur Hengstkörung in Leeuwarden 2006
(Erschienen im Friesen-Journal)

Da unsere alljährliche Busfahrt leider kurzfristig mangels Nachfrage abgesagt wurde, wir uns die Hengstkörung in Leeuwarden aber auch in diesem Jahr nicht entgehen lassen wollten, mussten wir uns etwas anderes einfallen lassen.
Nachdem wir dann im Dezember alle Möglichkeiten  vom Hotel in Leeuwarden über Bahnfahrt bis zur Idee mit dem Wohnmobil  vergeblich im Internet „durchgegoogled“ hatten,
fanden wir ein Ferienhäuschen in einem Bungalowpark fast am Meer und entschieden uns im Kleinbus selbst zu fahren.

Am Donnerstagvormittag machten wir uns zu fünft auf den Weg und sammelten in Frankfurt noch  eine Friesenfreundin mit zwei leckeren Blechkuchen ein. Nach zügigen siebeneinhalb Stunden Autobahnfahrt kamen wir an der Rezeption an, wo uns ein friesisches Original den Schlüssel übergab. Nach einer weiteren halben Stunde Suche aufgrund sprachlicher Barrieren fanden wir dann endlich unseren Bungalow, der erfreulicherweise fast Nagelneu und luxuriös ausgestattet war. Sogar die Betten waren sehr bequem und so konnten wir uns nach einem langen feuchtfröhlichen Abend und einer dementsprechend kurzen Nacht „fast“ ausgeschlafen auf den Weg zum Meer machen. Alle waren wir schon einige Male in Friesland gewesen. Teilweise zum Pferdekauf, Zuchtschau oder Hengstkörung. Aber noch keiner hatte bisher das friesische Meer gesehen.  Deshalb war das für uns ein wirklich tolles Erlebnis.
Danach ging’s ab ins FEC. Erstmal zum Shoppen. Friesenkalender,  Longierpeitschen,  Prospekte, Souvenirs und was man sonst noch so alles in Holland kauft ;-) wanderten nach und nach von der FEC-Halle in unser Büschen. Den Türstehern mussten wir nur noch ein „Wir sind’s“ entgegen-lächeln, da sie uns bei dem Hin und Her dann schon gut kannten.
Nachdem wir die Junghengste ausgiebig betrachtet hatten, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt, begleitet von zwei weiteren Stammtischmitgliedern, die separat angereist waren. Auf dem Fischmarkt deckten wir uns mit kulinarischen Köstlichkeiten ein. Das obligatorische Gruppenfoto schossen wir natürlich wieder vor der Friesenpferdestatue und verschwanden dann in unser Stammcafé. Zur Vorstellung der Hengste des Aufzuchtprojekts waren wir wieder in der Halle und auch die Versteigerung ließen wir uns nicht entgehen.
Zurück in unserem Feriendomizil schlemmten wir ausgiebig mit unseren Schätzen vom Markt und den Resten der leckeren Kuchen.

Am nächsten Morgen mussten wir schon etwas früher auf der Tribüne sein, da diese erfahrungsgemäß sehr voll wird. Die Männer hielten sich lieber im  „Fond“ der Veranstaltung bei den Sitzgelegenheiten vor den Essständen auf waren aber pünktlich zur Vorstellung der Althengste auch wieder am Schauring. Ein echtes Highlight am Nachmittag war, die beiden Preferent-Hengste Feitse und Leffert nebeneinander zu sehen. Nach der Vorstellung aller Hengste, dem tollen Pas de Deux und der schönen Prunk-Kutsche stand dann die Wahl des Champions an. Die Entscheidung der Jury stimmte nicht ganz mit der unseren überein, um es vorsichtig auszudrücken. Da man das aber nicht ändern kann, tat es unserer Stimmung keinen Abbruch.

Früh am nächsten Morgen brachen wir Richtung Heimat auf und  legten die Strecke mit unserem 100 PS Bus (Bergab Anlauf nehmen, Schwung ausnutzen) in rekordverdächtigen sechseinhalb Stunden zurück. So gingen wieder ein paar tolle Tage in Sachen Friesenpferd zu Ende.
Daheim angekommen, war unser erster Gang natürlich erst einmal in den Stall. Haben wir in den letzten Tagen auch so viele wunderschöne Friesenpferde gesehen, die eigenen daheim bleiben doch die Schönsten.

M. Ziegler


Bilder von der Hengstkörung in Leeuwarden findet Ihr in Galerie 3